Wenn Symbolik die Realität ersetzt

Grüne Woche: ErlebnisBauernhof

Wer auf der derzeit laufenden INTERNATIONALEN GRÜNEN WOCHE 2026 die Halle 3.2 mit dem Titel ErlebnisBauernhof betritt, liest groß den Anspruch: 👉 „Nahrung sichern – Natur schützen“.

Wer sich dann umschaut, erlebt jedoch eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Zwei Traktoren.

Keine relevanten landwirtschaftlichen Maschinen.

Keine Exponate, die ernsthaft zeigen, wie Lebensmittel heute produziert werden.

Kein Stallkonzept.

Keine Technik zur Bodenbearbeitung.

Keine Erntetechnik.

Keine Lösungen für Tierhaltung, Pflanzenschutz, Wasser- oder Nährstoffmanagement.

Stattdessen: Handelskonzerne, Lebensmittelindustrie, Verbände der Ernährungswirtschaft.

Das ist kein Zufall.

Es ist ein Symptom.

Vom Bauernhof zur Schaufensterfläche

Der sogenannte ErlebnisBauernhof ist kein Ort mehr, an dem Landwirtschaft erklärt wird, wie sie tatsächlich stattfindet. Er ist eine ideologisch weichgespülte Bühne, auf der über Landwirtschaft gesprochen wird – aber nicht mit ihr.

Der Apfel wächst hier rhetorisch noch am Baum.

Praktisch endet die Darstellung dort, wo es unbequem wird:

‍ Technik.

Leistung.

Zielkonflikte.

Globaler Wettbewerb.

Landwirtschaft wird reduziert auf Emotion, Haltung und Moral.

Produktion – das Herz jeder Ernährungssicherung – bleibt unsichtbar.

Wer nicht zeigt, wie Boden bearbeitet wird, wie Erträge gesichert werden oder welche Maschinen dafür nötig sind, erklärt Landwirtschaft nicht.

Er vernebelt sie.

Deutungshoheit an den Handel abgegeben

Besonders problematisch ist, wer stattdessen den Raum füllt.

Wenn REWE, EDEKA, Netto oder Kaufland die prominenten Akteure sind, während reale landwirtschaftliche Praxis fehlt, verschiebt sich die Perspektive grundlegend.

Ernährung wird nicht mehr vom Acker her gedacht, sondern vom Regal.

Der Handel inszeniert sich als Hüter von Nachhaltigkeit und Verantwortung.

Die Landwirtschaft wird zur Kulisse.

Bequem für den Handel.

Politisch anschlussfähig.

Medial gut vermittelbar.

Für Landwirte ist es fatal.

Mercosur im Hintergrund – und kein Wort davon

Diese Inszenierung wirkt besonders zynisch vor dem Hintergrund des geplanten Mercosur-Abkommens.

Während Märkte für Agrarimporte mit deutlich niedrigeren Standards geöffnet werden sollen, zeigt man auf der Grünen Woche eine Landwirtschaft, die es so nicht gibt:

Entkernt.

Enttechnisiert.

Entpolitisiert.

Man predigt Nachhaltigkeit – und gibt heimische Produktion preis.

Man spricht über Ressourcenschutz – ohne Realität zu zeigen.

Man feiert Dialog – und vermeidet die Debatte über Wettbewerbsfähigkeit, Kostenstrukturen und Versorgungssicherheit.

Indoktrination statt Realität

Natürlich sind AgrarScouts, Bildungsangebote und Dialogformate wichtig.

Aber Bildung, die zentrale Teile der Realität ausblendet, ist keine Aufklärung.

Sie ist Lenkung.

Wer Kindern Landwirtschaft erklären will, muss ihnen auch zeigen, dass moderne Landwirtschaft Technik braucht, Produktivität braucht und ökonomisch funktionieren muss.

Alles andere ist Romantisierung.

Oder schlimmer: die Vorbereitung darauf, Landwirtschaft als verzichtbar zu akzeptieren.


‍Günter Schneider, Frieder Ludwig, Michael Jeske und Petra Appeldorn

Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land‍

Besucht uns auf der Grünen Woche!

‍Die Grüne Woche in Berlin öffnet ihre Tore und die Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land ist erstmals mit dabei!

Wir freuen uns riesig darauf, mit euch ins Gespräch zu kommen.

Egal ob ihr Fragen zu unserer Arbeit habt, euch über das Landleben austauschen wollt oder einfach mal Hallo sagen möchtet – schaut vorbei! Gemeinsam wollen wir zeigen, was das Landleben bewegt und wie wichtig der Dialog zwischen Stadt und Land ist.

Wir vom Land – Live in Berlin!

 * Wo: Messe Berlin, Halle 27

 * Stand: 218

 * Wann: Vom 16.01.2026 bis einschließlich 25.01.2026, während der gesamten Messetage

Ein zentrales Ziel unseres Messeauftritts ist der direkte Austausch mit Euch. Besucht unseren Stand, um gemeinsam über die Zukunft des ländlichen Raums zu diskutieren und persönliche Einblicke in unsere Arbeit zu gewinnen.

Bis bald in Berlin!

Eure Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land‍

Mercosur: Unser NEIN ist ein JA zur heimischen Landwirtschaft

‍Wir stehen an einem Wendepunkt.

Während in Brüssel und Berlin über Handelsbilanzen und Exportzahlen für Autos und Maschinen diskutiert wird, geht es bei uns auf den Höfen um unsere Existenz.

‍Das geplante Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten

(Brasilien, Argentinien, Paraguay & Uruguay)

ist für uns kein technischer Vertrag, sondern ein Schlag ins Gesicht all jener, die unsere Lebensmittel nach höchsten Standards erzeugen.

Ein ungleicher Wettbewerb – und das ist der Kern des Problems

Unsere Kritik ist klar und ehrlich: Wettbewerbsverzerrung.

Landwirte in Deutschland und Europa:

schützen Grundwasser

setzen auf Tierwohl

reduzieren Pflanzenschutzmittel

arbeiten an Klimaschutz & CO₂-Reduktion

Aus Überzeugung. Für Natur und kommende Generationen.

Doch das Mercosur-Abkommen würde den Markt öffnen für Produkte, die unter völlig anderen Bedingungen entstehen:

Pflanzenschutz

Wirkstoffe, die bei uns seit Jahrzehnten verboten sind, sind dort weiterhin erlaubt.

Tierhaltung

Standards zu Platzangebot, Haltung und Transport, die bei uns Pflicht sind, existieren dort oft nicht.

Rückverfolgbarkeit

Während bei uns jedes Rind lückenlos dokumentiert ist, bleibt die Herkunft in den Weiten des Amazonas häufig unklar.

Klimaschutz darf nicht an der Grenze enden

Es ist ein Widerspruch:

Hier wird über Tierbestandsreduktion fürs Klima diskutiert –

gleichzeitig soll billiges Rindfleisch importiert werden, für dessen Weideflächen nicht selten Regenwald zerstört wurde.

Das ist kein fairer Handel.

Das ist Klima-Heuchelei.

„Wenn wir die Landwirtschaft in Europa durch Billigimporte verdrängen, exportieren wir nicht nur unsere Produktion, sondern auch unsere ökologische Verantwortung,“

so Frieder Ludwig, Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land

Handel ja – aber nur auf Augenhöhe

Wir vom Land fordert:

Gleiche Regeln für alle!

Importe müssen exakt denselben Umwelt-, Tierwohl- und Sozialstandards entsprechen wie heimische Produkte

(Mirror Clauses).

Echte Transparenz für Verbraucher

Jeder muss klar erkennen können, ob Fleisch aus der Region oder aus Übersee stammt – ohne Kleingedrucktes.

Wertschätzung statt Preisdruck

Faire Preise statt eines globalen Unterbietungswettbewerbs auf dem Rücken der Bauern.

Fazit: Unsere Heimat ist nicht verhandelbar

Wir Landwirte sind bereit für den Wandel.

Bereit für mehr Ökologie, mehr Tierwohl, mehr Verantwortung.

Aber wir können diesen Weg nicht gehen,

wenn uns die Politik gleichzeitig den Boden unter den Füßen wegzieht,

um Exportinteressen anderer Branchen zu bedienen.

Das Mercosur-Abkommen in seiner jetzigen Form gefährdet:

  • bäuerliche Familienbetriebe
  • regionale Lebensmittelversorgung
  • die Seele unserer ländlichen Räume

Deshalb sagen wir klar:

Dieses Abkommen darf so nicht kommen.

Frieder Ludwig

Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land

Fachbereich Landwirtschaft, Ernährung, Heimat, Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit‍

Finger weg von unserer Rente!

‍Versicherungsfremde Leistungen abschaffen – für ein faires und stabiles Rentensystem

Warum unsere Rente jetzt geschützt werden muss

‍Die Rentenpolitik betrifft längst nicht mehr nur ältere Menschen.

Was heute entschieden wird, beeinflusst die Stabilität unserer gesamten Gesellschaft – auch die von jungen Beitragszahlern.

Seit 1957 werden Aufgaben, die eigentlich in den Staatshaushalt gehören, zunehmend der Rentenversicherung aufgebürdet.

Dazu zählen u. a.:

Mutterschaftsleistungen

Familienpolitische Aufgaben

Soziale Ausgleichsmechanismen

Diese Positionen sind gesamtgesellschaftlich staatlich zu finanzierende Aufgaben, aber sie werden aus den Beiträgen der Versicherten finanziert – versicherungsfremd.

Zahlen, die man nicht länger ignorieren kann

344 Mrd. € Rentenausgaben im Jahr 2024

134 Mrd. € davon sind versicherungsfremde Leistungen

Bundeszuschüsse: 88 Mrd. €

Defizit: 46 Mrd. € allein im Jahr 2024

Ohne diese versteckte Belastung wären die Renten um über 13 % höher.

(ADG-Berechnung)

Ein System am Limit – und Millionen verlieren Vertrauen

Während die Politik an kleinen Stellschrauben dreht, wird das gesetzliche Rentensystem auf Verschleiß gefahren:

steigende Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung

zerstörtes Vertrauen durch rückwirkende Eingriffe (z. B. GMG 2004)

doppelte Verbeitragung von Direktversicherungen

Menschen bekommen teils weniger ausgezahlt, als sie eingezahlt haben

Wer sein Leben lang vorgesorgt hat, darf nicht abgezockt und zum Bittsteller gemacht werden.

Besonders hart betroffen: die ländlichen Räume

„Gerade auf dem Land leben überdurchschnittlich viele ältere Menschen, die auf stabile soziale Sicherungssysteme angewiesen sind. Wenn diese Strukturen unterfinanziert werden, spüren es die ländlichen Räume schneller und härter als andere“, warnt Michael Jeske, Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land.

Unsere Forderung: Fairness statt versteckter Kassen-Tricks

Der Fachbereich Senioren von der Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land fordert:

Versicherungsfremde Leistungen müssen raus aus der Rentenkasse

Finanzierung dieser Aufgaben ausschließlich über Steuermittel

Schluss mit der „verdeckten Staatskasse Rentenversicherung“

Transparenz, Ehrlichkeit und verlässliche Planung für alle Generationen

Stärkerer Fokus auf die Bedürfnisse ländlicher Räume

Für ein Rentensystem, das seinen Namen verdient

Ein gerechtes, stabiles und transparentes Rentensystem ist das Fundament unseres Sozialstaats.

Jetzt ist der Zeitpunkt, die Augenwischerei zu beenden.

Finger weg von der hart erarbeiteten Rente von Millionen Menschen.

Mut zu grundlegenden, fairen Reformen!

Michael Jeske

Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land

Fachbereich Gesundheit, Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend‍

Rentenstabilität beginnt im ländlichen Raum – nicht in Berlin!

‍Warum die aktuelle Debatte an der Lebenswirklichkeit vorbeigeht

‍Aktuelle Lage: Viel Streit in Berlin – wenig Blick aufs Land

‍Während in Berlin darüber diskutiert wird, wie das Rentenniveau langfristig gesichert werden kann, zeigt die Realität auf dem Land ein ganz anderes Bild.

Ministerpräsident Michael Kretschmer fordert mehr Dynamik, weniger Regulierung und günstigere Energiepreise.

Das klingt richtig – trifft aber nicht den Kern des Problems.

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Die Rentenfrage entscheidet sich auf dem Land

Denn dort sind die Herausforderungen am größten:

1. Demografie: Viele Ältere – zu wenige Jüngere

In vielen Regionen liegt der Anteil der über 65-Jährigen already über 33 %.

Gleichzeitig wandern junge Menschen dorthin ab, wo Jobs, Mobilität und digitale Infrastruktur funktionieren.

Folge:

Rentenausgaben steigen

Beitragszahler fehlen

Die Schieflage wächst

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2. Wirtschaftliche Basis: Kleine Betriebe tragen die Last

Während Städte von Technologie- und Forschungsunternehmen profitieren, kämpfen ländliche Regionen mit:

Bürokratie

Unsicheren Energiekosten

Überalterter Infrastruktur

Komplizierten Förderprogrammen

Solange diese Hemmnisse bestehen, bleiben politische Appelle zu mehr Wachstum reine Theorie.

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3. Energiepreise: Ein echter Standortfaktor

Ländliche Räume zahlen drauf:

Längere Transportwege

Energieintensive Branchen wie Landwirtschaft, Logistik, Holz & Handwerk

Kaum Alternativen zum Auto

Ohne bezahlbare Energie bleiben Investitionen aus – und damit auch Zukunftschancen.

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4. Digitalisierung: Der unterschätzte Bremsklotz

Homeoffice? Oft unmöglich.

Mobilfunk? Unzuverlässig.

Digitalisierung? Noch lange nicht Alltag.

Das erschwert:

Neue Geschäftsmodelle

Attraktive Arbeitsplätze

Verwaltungsmodernisierung

Wer Digitalisierung verschleppt, verschleppt auch die Rentenfinanzierung.

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Fazit: Die Rentenfrage ist keine Generationenfrage – sondern eine Raumfrage

Ein stabiler Generationenvertrag braucht:

Wirtschaftliche Stärke in allen Regionen

Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen

Energiepreise mit Planungssicherheit

Digitalisierung, die tatsächlich funktioniert

Junge Menschen, die bleiben oder zurückkehren können

Die Zukunft des Rentensystems entscheidet sich dort, wo Deutschland flächenmäßig lebt: im ländlichen Raum.

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Was jetzt passieren muss

Wir brauchen eine Rentendebatte, die das Land nicht als Randthema behandelt, sondern als Priorität:

Regionen stärken

Infrastruktur modernisieren

Energie entlasten

Fachkräfte halten

Wirtschaft breit aufstellen

Nur so wird die gesetzliche Rente langfristig stabil bleiben.

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Wenn die Politik das ignoriert …

… droht erneut eine Rentenpolitik, die an der Lebenswirklichkeit großer Teile des Landes vorbeigeht.

Wenn sie es ernst nimmt, kann sie die Rentenfrage nachhaltig lösen.

Heinrich Averbeck

Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land

Fachbereich Gesundheit, Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend‍

Jugend Wir vom Land auf der Agritechnica, um sich die neuesten Entwicklungen der Agrartechnik anzusehen.

,,Wir haben großartige Gespräche mit Leuten aus der Agrarbranche geführt und haben viele Ideen und Einflüsse mitgenommen an denen wir gemeinsam arbeiten wollen", so Emily Düver und Georg Bertke.

Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land

Fachbereich Landwirtschaft, Ernährung, Heimat, Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit‍

Schluss mit Geldverschwendung!

‍Wir vom Land fordern Respekt vor dem Steuer-Euro

Jedes Jahr zeigt das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler, wie fahrlässig Politik und Verwaltung mit unserem Geld umgehen:

  • ‍Prestigeprojekte ohne Nutzen
  • gescheiterte Großvorhaben mit explodierenden Kosten
  • digitale Fehlinvestitionen, die keiner braucht

Währenddessen kämpfen wir auf dem Land mit:

steigenden Lebenshaltungskosten

schlechter Infrastruktur

ausgedünnter Grundversorgung

Jeder verschwendete Steuer-Euro ist ein Vertrauensbruch.

Gerade Menschen im ländlichen Raum dürfen nicht länger zusehen, wie ihr hart verdientes Geld in fragwürdigen Projekten versickert.

Wir vom Land fordern einen Kurswechsel!

Öffentliche Mittel müssen sparsam, effizient und bürgernah eingesetzt werden.

Unsere zentralen Forderungen an die Politik:

1. Keine Projekte ohne harte Wirtschaftlichkeitsprüfung

Unabhängige Kosten-Nutzen-Analyse vor jedem Großprojekt

Schluss mit Symbolpolitik

Wirtschaftlichkeitsprüfungen gesetzlich verankern

2. 100 % Transparenz bei Ausgaben

Haushalts- und Projektkosten offen, digital und verständlich zugänglich

Bürger müssen jederzeit nachvollziehen können, wofür ihr Geld verwendet wird

3. Kernaufgaben vor Prestigeprojekten

Priorität für das, was wirklich zählt:

Straßen & Brücken

medizinische Versorgung

Schulen & Kitas

Digitalisierung & ÖPNV

Besonders wichtig: Der ländliche Raum zuerst!

4. Fehlprojekte konsequent stoppen

Keine Schönrederei bei explodierenden Kosten

Stopp oder radikale Verschlankung

Verantwortliche offen benennen

5. Ländliche Perspektive verbindlich einbinden

Bürgerinnen und Bürger vor Ort beteiligen

Der ländliche Raum darf nicht länger der Zahlmeister städtischer Prestigevorhaben sein

Das Schwarzbuch ist kein Peinlichkeitsalbum – es ist eine Warnung.

Wer Steuergeld verschwendet, zerstört Vertrauen in Staat und Demokratie.

Wir vom Land sagen: Schluss mit Verschwendung!

Für einen verantwortlichen Umgang mit jedem Steuer-Euro – besonders für den ländlichen Raum.

Günther Schneider

Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land

Fachbereich Finanzen‍

Ab 2026 wird’s ernst: Tanken & Heizen werden deutlich teurer

Wir vom Land warnt vor massiver Mehrbelastung!

Jetzt informieren – das betrifft ALLE Bürgerinnen und Bürger

‍Ab 2026 steigen die Preise für Benzin, Diesel, Heizöl und Gas erneut kräftig. Grund ist der weiter anziehende CO₂-Preis, der schon jetzt bei 55 €/Tonne liegt und ab 2026 auf 55–65 €/Tonne steigen soll.

Jeder Kilometer, jede warme Wohnung wird spürbar teurer.

Haushalte müssen mit Mehrkosten von mehreren hundert Euro/Jahr rechnen.

Ab 2028 droht mit dem EU-Emissionshandel ETS II die nächste Preisschraube.

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Ländliche Regionen zahlen doppelt – und das ohne echte Alternative

Während Städte auf Nahverkehr und Fernwärme setzen können, gilt auf dem Land:

Auto unverzichtbar: Arbeit, Schule, Arzt, Ehrenamt

Kaum ÖPNV-Angebote

Viele Gebäude nicht kurzfristig auf Wärmepumpe umrüstbar

Lebenshaltungskosten steigen schneller als Löhne & Renten

Die Mitte der Gesellschaft steht unter massivem Druck.

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Klimaschutz ja – soziale Schieflage nein!

Die Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land steht hinter Klimaschutz und CO₂-Reduktion.

Aber: Die Energiewende darf kein Großstadtprojekt auf Kosten des ländlichen Raums werden.

Politik in Bund und Ländern hat in den letzten Jahren immer weiter verteuert – ohne spürbare Entlastungen für Bürger, Landwirtschaft, Handwerk und Mittelstand.

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Unsere Forderungen – sofort umsetzbar und fair

CO₂-Preis begrenzen – Belastungs-Check einführen

Preiserhöhungen nur, wenn sie sozial und wirtschaftlich tragbar sind.

Staatliche Abgaben auf Energie senken

Steuern & Umlagen reduzieren, um die Gesamtbelastung zu stoppen.

Pendler & ländliche Räume entlasten

Pendlerpauschale anheben

regionale Zuschläge

Technologieoffenheit statt Verbrennerverbot

Sozialen Ausgleich für Heizkosten stärken

Mehr Unterstützung für Haushalte mit niedrigen & mittleren Einkommen

einfacher zugängliche Förderprogramme

CO₂-Einnahmen an Bürger zurückgeben

Durch:

Klimadividende

oder

Senkung der Strompreise

Bürokratieabbau für Unternehmen & Kommunen

Mehr Freiraum für Investitionen in erneuerbare Energien, Speicher & Effizienz.

„Wir lassen die Menschen mit den Kosten der Energiewende nicht allein,“ so Ludwig.

Wir vom Land fordert Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik auf, Klimaschutz, soziale Verantwortung und wirtschaftliche Vernunft gemeinsam zu denken.

Die Mehrbelastungen ab 2026 müssen begrenzt und durch echte Entlastungen ausgeglichen werden.

Ohne Kurswechsel droht die Akzeptanz der Klimapolitik zu kippen – mit schweren Folgen für Gesellschaft, Wirtschaft und Demokratie.

Friedrich Ludwig

‍Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land

Fachbereich Finanzen‍

Befugniserweiterung für Pflegekräfte nur mit fairem Ausgleich und echter Entlastung.

Anlässlich der Verabschiedung des „Gesetzes zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege“ durch den Bundestag äußert sich Petra Appeldorn, Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land, skeptisch und fordernd:

‍„Wir sehen in der Gesetzesinitiative keine Erleichterung und Entbürokratisierung, sondern eine große Gefahr der reinen Mehrbelastung. Unsere Pflegefachkräfte sind bereits jetzt am Limit. Wir lehnen es ab, dass sie nun zusätzliche ärztliche Tätigkeiten übernehmen sollen, ohne dass eine adäquate finanzielle Anerkennung und eine spürbare Entlastung im Arbeitsalltag garantiert sind. Die Pflege kann und darf nicht zum Lückenbüßer für den bestehenden Ärztemangel werden“.

Wir vom Land betrachten die Übernahme zusätzlicher Verantwortung nur dann als sinnvoll, wenn diese mit drei unumstößlichen Forderungen einhergeht:

Faire und sofortige Vergütung:

Die Übernahme von ärztlichen Aufgaben bedeutet einen Zuwachs an Verantwortung, Risiko und Kompetenz. Dies muss sich unmittelbar in einer deutlich höheren und tariflich abgesicherten Bezahlung der betroffenen Pflegekräfte widerspiegeln.

Echte Entlastung durch Bürokratieabbau:

Die versprochene Entbürokratisierung muss spürbar sein. Die neue Verantwortung darf keine zusätzliche Dokumentationspflicht bedeuten. Zeit, die durch neue Aufgaben beansprucht wird, muss an anderer Stelle durch den Abbau unnötiger Formalitäten freigeschaufelt werden.

Qualifizierung auf Kosten des Arbeitgebers:

Die notwendigen Qualifizierungsmaßnahmen für die erweiterten Befugnisse müssen vollständig während der Arbeitszeit und auf Kosten des Arbeitgebers erfolgen. Es darf keine unbezahlte Mehrarbeit für die Qualifizierung geben.

„Wir sind nicht die Befürworter von mehr Arbeit für Pflegekräfte ohne Lohn. Wenn die jetzige Befugniserweiterung dazu dient, die Versorgung auf dem Land zu sichern, dann muss dies als Aufwertung des Berufes verstanden werden – und nicht als erweiterter Pflichtenkatalog. Wir werden sehr genau darauf achten, dass das Geld auch bei den Pflegenden ankommt und der politische Wille nicht auf dem Rücken unserer Fachkräfte ausgetragen wird“, so Appeldorn.

Wir vom Land fordern die Bundesregierung und die Tarifparteien in diesem Zusammenhang auf, umgehend konkrete Maßnahmen zur finanziellen Aufwertung der Pflegeberufe in die Wege zu leiten, um die Attraktivität des Berufes nachhaltig zu sichern und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Petra Appeldorn

Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land

Fachbereich Gesundheit, Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend‍

Die Binnenschifffahrt in Deutschland

‍- unterschätztes Rückgrat mit

Modernisierungsbedarf

Die Binnenschifffahrt in Deutschland steht vor schwierigen Herausforderungen.

‍Jahrzehntelange Unterfinanzierung, wachsender Sanierungsstau und fehlendes Personal

in der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung haben dazu geführt, dass sich die

Infrastruktur vielerorts in einem kritischen Zustand befindet. Schleusen, Brücken und

Uferanlagen erreichen das Ende ihrer technischen Lebensdauer. Dabei können selbst

kleinere Schäden zu monatelangen Sperrungen ganzer Strecken führen.

Neben Instandhaltung und Durchführung geplanter Projekte fehlt es in erster Linie an einer

Anpassung an zeitgemäße Erfordernisse. Im westdeutschen Kanalnetz sind die Brücken

teilweise so niedrig, dass moderne Schiffe mit wirtschaftlich darstellbaren

Containerladungen nicht unter ihnen hindurchfahren können. So gibt es am

Mittellandkanal inklusive seiner Stichkanäle 385 Brücken auf 392 km. Manche haben eine

Durchfahrtshöhe von unter 4,50 m. Für den Transport von 3 Lagen Containern wären aber

mindestens 7,10 m erforderlich.

Hinzu kommt, dass in den letzten Jahren entgegen der Erfordernisse zahlreiche

Liegeplätze und Versorgungseinrichtungen abgebaut wurden. In Städten wie Mainz oder

Köln wurden traditionelle Anlegestellen aufgegeben, um Raum für neue Wohn- und

Freizeitprojekte zu schaffen. Ersatzangebote fehlen bis heute. Damit verliert die Schifffahrt

nicht nur logistische, sondern auch soziale Infrastruktur, die für den täglichen Betrieb und

die Attraktivität des Berufs wichtig ist.

Auch wirtschaftlich steht die Branche unter Druck. Viele Reedereien können mit den

niedrigen Frachtraten, die unter Anderem durch osteuropäische Wettbewerber mit älteren

und weniger effizienten Schiffen entstehen, nicht mithalten.

All das erschwert Investitionen in moderne, umweltfreundliche Flotten. Ohne faire

Wettbewerbsbedingungen bleibt die dringend notwendige Erneuerung der deutschen

Binnenschifffahrt auf der Strecke.

Das Problem ist seit vielen Jahren bekannt und Verbesserungen wären mit

verhältnismäßig einfachen Mitteln erreichbar. Notwendig wäre vor allem eine langfristige

und verlässliche Finanzierungsstrategie für die Wasserstraßeninfrastruktur, kombiniert mit

vernünftigen politischen Prioritäten. Investitionen in Schleusen, Brücken, Liegeplätze und

digitale Verkehrssteuerungssysteme würden nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der

Schifffahrt erhöhen, sondern auch zur Stabilität der gesamten Transportkette beitragen.

Entsprechende Infrastrukturmaßnahmen werden von der EU u.a. mit Fonds und

Programmen wie „Connect Europe Facility (CEF)“ und „Ten-T“ gefördert. Nachbarländer

wie die Niederlande nutzen diese Gelder, Deutschland droht auch hier den Anschluss zu

verlieren.

Michael Jeske, Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land ist ein ausgewiesener Kenner der Branche und sagt:

„Die Situation ist ernst, aber nicht unlösbar. Die Binnenschifffahrt ist ein effizienter, leiser

und klimafreundlicher Verkehrsträger, der mit vergleichsweise geringem Energieeinsatz

große Mengen an Gütern transportieren kann. In einer Zeit, in der Straßen und Schienen

zunehmend überlastet sind, kann sie eine wichtige Entlastungsfunktion übernehmen,

vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen werden verbessert“.

Auch für ländliche Regionen bietet die Binnenschifffahrt zusätzliche Chancen: Häfen und

Umschlagstellen sind wichtige Wirtschaftsfaktoren, die Arbeitsplätze sichern und

Wertschöpfung in strukturschwachen Gebieten erzeugen können. Eine gut funktionierende

Wasserstraße ist nicht nur Verkehrsweg, sondern auch Standortvorteil für Industrie,

Logistik und regionale Versorgung.

Deshalb fordert Jeske:

Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren. Es braucht jetzt den politischen Willen, das

Potenzial der Binnenschifffahrt als wichtigen Bestandteil einer multimodalen

Verkehrsstrategie effektiv zu nutzen. Dann lässt sich die Binnenschifffahrt mit

überschaubarem Aufwand modernisieren.

Wasserwege müssen in Infrastruktur-Gesetzen gleichrangig mit Straße und Schiene

behandelt werden. Planungs- und Genehmigungsverfahren dürfen nicht länger

ausbremsen, sondern müssen standardisiert und beschleunigt werden. Die Marktakteure

müssen eingebunden werden: Häfen, Logistikunternehmen, Binnenschifffahrt und

Kommunen müssen als Partner mitwirken und gemeinsam Verantwortlichkeiten tragen.

Aber das Zeitfenster, um aufzuschließen, ist begrenzt. Wenn wir jetzt nicht handeln,

riskieren wir einen strukturellen Rückstand gegenüber Schiene, Straße und vor allem

gegenüber Ländern wie den Niederlanden, die Wasserwege bewusst als Teil der

Verkehrswende begreifen und einbinden.

Michael Jeske

Arbeitsgemeisnschaft Wir vom Land

Fachbereich Verkehr und Wohnen‍

Bus, Bahn oder doch lieber das Auto?

‍Das ist eine Frage, die sich viele, vor allem junge Leute, regelmäßig stellen.

Die Entscheidung ist oft schwer: Busse fahren nur selten, und Bahnverbindungen vernetzen meist nur größere Gemeinden und Städte.

‍Carsharing hat auf dem Land eine zu geringe Nachfrage und nicht die notwendige Infrastruktur, etwa ein flächendeckend funktionierendes Internet.

Wenn man jedoch rechtzeitig und zuverlässig zu einem Termin kommen möchte, ist das Auto meist unabdingbar. Dennoch steigen die Preise für den Führerschein stetig und sind für viele junge Menschen allein nicht mehr finanzierbar. So ist es mittlerweile nicht unüblich, dass ein Führerschein rund 4.500 € kostet. In dieser Summe ist nicht einmal das mögliche Nichtbestehen enthalten, was den Führerschein um mindestens 300 € zusätzlich verteuern kann.

Für junge Menschen, die keine finanzielle Unterstützung erhalten, führt dies oft dazu, dass sie sich abgehängt fühlen. Diesbezüglich hat die Bundesregierung erst vor Kurzem einen Vorschlag für eine Reform des Führerscheins vorgestellt. Teile dieser Reform erscheinen schlüssig – etwa das Einsparen von Kosten durch digitales Lernen oder den Bürokratieabbau durch die Abschaffung strikter Vorschriften für Fahrschulen.

Jedoch scheinen andere Punkte der Reform die Qualität der Ausbildung zu mindern: So soll die Anzahl der Pflichtstunden verringert werden, wobei gerade Autobahn- und Nachtfahrten für viele junge Fahrerinnen und Fahrer herausfordernd sind. Zudem ist zu hinterfragen, ob eine Simulation von Fahrstunden wirklich echte Praxisfahrten ersetzen kann, da das Risiko, dem junge Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr ausgesetzt sind, in keiner Weise vergleichbar ist.

Gibt es aber andere Möglichkeiten den Führerschein für junge Menschen zu vergünstigten?

So könnte beispielsweise der Staat, vergleichsweise zum Bafög, anteilig einen Teil der Kosten tragen. Oder junge Menschen, die sich beispielsweise ehrenamtlich engagieren, bezuschussen.

Was haltet ihr von den neuen Reformvorschlägen der Regierung und seht ihr die Kosten ebenfalls als Problem?

Emily Fay Düver

Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land

Fachbereich Gesundheit, Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Geburtshilfe in Gefahr

Wir vom Land warnt vor Versorgungskollaps durch Hebammen-Krise‍

Der neue Hebammenhilfevertrag, der am 1. November 2025 in Kraft tritt, droht die Versorgungssicherheit besonders im ländlichen Raum massiv zu gefährden.

‍Trotz einer offiziellen Erhöhung des Stundensatzes von 56 auf 74,28 Euro befürchten freiberufliche Hebammen aufgrund intransparenter Abschläge und unzureichender Anerkennung des Aufwands letztlich eine reale Einkommenseinbuße. Die Unterfinanzierung von Fürsorgearbeit betrifft dabei freiberufliche und klinisch tätige Hebammen gleichermaßen und führt zu einer Krise, die dort beginnt, wo neues Leben entsteht.

"Eine Hebamme ist kein Luxusgut, sie ist ein Fundament der Daseinsvorsorge. Solange Geburten nicht auskömmlich finanziert werden, gefährden wir die gleichwertigen Lebensverhältnisse auf dem Land," erklärt Michael Jeske, Arbeitsgemeinschaft.

Landhebammen: Fahrzeiten als unbezahlte Mehrarbeit

Die Verhandlungen zwischen dem GKV-Spitzenverband und den Hebammenverbänden mussten durch eine Schiedsstelle entschieden werden, die den notwendigen Forderungen von 88,20 Euro pro Stunde nicht nachkam. Dieses Manko trifft die Hebammen auf dem Land besonders hart:

* Keine Anerkennung der Realität: Im ländlichen Raum sind Wege weiter, Geburten seltener, und Kliniken schließen ihre Geburtsstationen.

* Fahrzeiten = Freizeit: Das neue System sieht keinen Anfahrtskostenersatz vor, und Fahrzeiten zu Hausbesuchen oder Geburtsvorbereitungen gelten nicht als bezahlte Arbeitszeit.

* Existenzielle Bedrohung: Die erdrückende Berufshaftpflichtversicherung (jährlich rund 6.000 Euro) und die langen, unbezahlten Bereitschaftszeiten führen dazu, dass immer mehr Landhebammen aufgeben.

"Die Rechnung ist einfach: Wer 200 Kilometer fährt, um zwei Frauen zu betreuen, arbeitet nicht wirtschaftlich. Die Konsequenz ist eine Berufsflucht vom Land in die Städte. Zurück bleiben Schwangere mit wachsender Unsicherheit," so Jeske.

Parallele Krise: Klinik-Hebammen am Limit

„Die Situation der freiberuflichen Hebammen spiegelt die Krise in den Krankenhäusern wider. Auch festangestellte Hebammen leiden unter chronischer Personalunterbesetzung und einem steigenden Geburtsdruck“, erklärt Petra Appeldorn, Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land.

* Überlastung im Kreißsaal: Eine sichere und menschenwürdige Eins-zu-Eins-Betreuung während der Geburt, wie sie Hebammen anstreben, ist durch den Personalmangel in vielen Kliniken oft unmöglich.

* Folge: Abwanderung: Die hohe physische und psychische Belastung führt zu einer Abkehr vom Krankenhausberuf – entweder durch Wechsel in die Freiberuflichkeit oder einen Berufsausstieg.

Diese doppelte Belastung (unterbezahlte Freiberuflerinnen, überlastete Klinik-Hebammen) zerreißt das Netz der Geburtshilfe.

Forderungen von Wir vom Land: Sofortmaßnahmen für die Sicherheit

Wir vom Land fordert die Bundesregierung auf, unter Einbindung der Krankenkassen, endlich ihre Daseinsvorsorge in Realpolitik umzusetzen und umgehend Korrekturen vorzunehmen:

* Staatlich gestützte Haftpflicht: Die Einführung einer staatlich gestützten Haftpflichtversicherung muss prioritär behandelt werden, um die Hebammen sofort zu entlasten.

* Ländliche Zuschläge: Ein realistischer Zuschlag für ländliche Einsätze ist unumgänglich, um die Mobilitätskosten und den Mehraufwand anzuerkennen.

* Klinik-Personalquote: Eine gesetzliche Verpflichtung zur auskömmlichen Finanzierung der Personaldecke in den Geburtsstationen ist notwendig, um die Klinik-Hebammen zu halten.

"Wir müssen dort anfangen, wo Leben beginnt. Wenn Deutschland Respekt vor sozialer Arbeit und Familienfreundlichkeit zeigt, muss es die Menschen, die unsere Kinder auf die Welt bringen, fair entlohnen und absichern," schließt Appeldorn.

Michael Jeske und Petra Appeldorn

Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land Fachbereich Gesundheit, Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Der Unterricht an unseren Schulen muss politisch neutral und ideologiefrei gestaltet sein.

‍Eigentlich klingt das selbstverständlich.

Doch kann man sich als Eltern schulpflichtiger Kinder immer darauf verlassen?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: leider nicht immer – oder einfach leider nein.

Viele Jahre hatte ich das Amt des Elternvertreters an dem ländlichen Gymnasium inne, das meine Tochter besuchte. In dieser Zeit kann ich von einigen Fällen berichten, die mit dem Gebot der Neutralität in Bezug auf politische Ausrichtung und Ideologieverständnis der Lehrkraft definitiv nicht zu vereinbaren waren.

Lehrkräfte dürfen politische Themen behandeln, aber nicht missionieren oder indoktrinieren. Sie müssen alle relevanten Perspektiven fair darstellen. Dabei ist die politische Ausrichtung vollkommen unerheblich.

Bildung ist Ländersache, doch diese einfache Regel ist bereits durch unser Grundgesetz festgelegt.

(Art. 33 Abs. 5 GG – Treue zur Verfassung; Art. 5 GG – Meinungsfreiheit; Art. 7 GG – Schulwesen; Art. 3 GG – Gleichbehandlung)

Die Pflicht einer Lehrkraft zur Neutralität lässt sich jedoch nicht nur auf politische Themen beschränken.

Das gilt auch für Lebensweisen und Lebenseinstellungen. Was ich damit meine, möchte ich an einem Beispiel verdeutlichen:

In einem Fall musste ich erleben, wie im Unterricht das Thema Landwirtschaft behandelt wurde.

Auch hier musste ich einschreiten. Den Kindern wurde unsubstantiiert vermittelt, die ökologische Landwirtschaft sei die einzig tragfähige und zukunftsfähige Form der Landwirtschaft, während die konventionelle Landwirtschaft sehr eng mit Tierquälerei und Ausbeutung der Natur verknüpft sei.

Das ging so weit, dass Kinder mit landwirtschaftlichem Hintergrund in der Klasse gemobbt wurden.

Nun ist meine Tochter schon ein paar Jahre aus der Schule, doch auch im Rahmen ihres Studiums setzen sich solche „Ausfälle“ fort.

Zu diesem Thema möchte ich noch einmal auf den Beutelsbacher Konsens von 1976 hinweisen.

Das ist zwar kein Gesetz, aber eine bundesweit anerkannte Leitlinie für politische Bildung in Schulen.

Er wird in allen Bundesländern als pädagogischer Standard betrachtet und ist oft sogar in Schulgesetzen oder Lehrplänen erwähnt.

Er umfasst drei zentrale Prinzipien:

1. Überwältigungsverbot:

Schüler dürfen nicht im Sinne erwünschter Meinungen „überwältigt“ werden.

2. Kontroversitätsgebot:

Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers dargestellt werden.

3. Schülerorientierung:

Schüler sollen befähigt werden, eigene politische Urteile zu bilden.

Sind euch ähnliche Fälle an den Schulen eurer Kinder bekannt?

Schweigt nicht aus Angst, ihr könntet im Rahmen eines falschen Verständnisses von „Political Correctness“ geächtet werden.

Meldet euch bei uns! In unserer Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land möchten wir über solche Missstände berichten und uns für euch einsetzen.‍

Arne Reinbold

Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land

Fachbereich Gesundheit, Bildung, Familie, Senioren, Frauen, und Jugend‍

Wir vom Land: kümmert Euch endlich um die Infrastruktur!

‍Marode Bauwerke an Straßen, Flüssen und Schienen kosten Zeit, Geld und Nerven.

Jahrzehntelang wurde die Infrastruktur in Deutschland auf Verschleiß gefahren.

Nicht nur

Straßen, auch Bahn und Binnenschifffahrt leiden unter Mängeln, die nicht selten zu

Ausfällen und teils langfristigen Sperren führen. Ein Verkehrsminister nach dem Anderen

machte große Ankündigungen, geschehen ist aber nichts. Eindrückliche Warnungen von

Experten und Branchenvertretern wurden ausgeschlagen und die Lage, obwohl die Folgen

längst unübersehbar waren, weiter ausgesessen.

Inzwischen steht Deutschland vor einer ausgewachsenen infrastrukturellen Krise, die

besonders ländliche Regionen hart trifft: marode Straßen, baufällige Brücken und

überlastete Verkehrsknotenpunkte und Umleitungen führen zu massiven

Verkehrsbehinderungen, unberechenbaren Risiken für die Wirtschaft und einer sinkenden

Lebensqualität. Schlaglöcher durchziehen Ortsdurchgangsstraßen.

In der Binnenschifffahrt führen Mängel an Schleusen und Hebewerken zu langen

Sperrungen, gefährden Lieferketten und beeinträchtigen Zuverlässigkeit und

Wirtschaftlichkeit des nassen Verkehrsträgers. Auch bei der Bahn sind große Teile der

Unpünktlichkeit auf infrastrukturelle Mängel zurückzuführen.

Die Ursachen liegen in jahrzehntelangem Investitionsstau, unzureichender Priorisierung

von Instandhaltungsmaßnahmen und einer ungerechten Verteilung der finanziellen Lasten.

Laut einer Analyse von Transport & Environment sind in Deutschland rund 16.000 Brücken

in Bundeshand baufällig. Die seit fast vier Jahren andauernde Sperrung der A45 bei

Lüdenscheid und der Einsturz der Carolabrücke in Dresden machen die dramatischen

Folgen des jahrelangen Sanierungsstaus für Jedermann sichtbar. Bürger beklagen weite

Umwege, Unternehmen müssen ihre Logistikprozesse anpassen, was zu erhöhten Kosten

und Verzögerungen führt.

Ein weiteres Problem stellt die Finanzierung von Straßensanierungen dar. In sechs

Bundesländern und in Bremen werden weiterhin Straßenausbaubeiträge von den

Anwohnern erhoben. Diese Beiträge können bis zu 75 Prozent der Kosten ausmachen

und belasten vor allem Eigentümer in ländlichen Gebieten, wo die Bodenwerte geringer

sind. Für Anwohner bedeutet das konkret: In Gemeinden mit einmaligen Beiträgen können

Eigentümer mit hohen fünfstelligen Forderungen konfrontiert werden, in Kommunen mit

wiederkehrenden Modellen fallen dauerhafte, meist schwer kalkulierbare Belastungen an.

Dies führt zu einer ungleichen Verteilung der finanziellen Lasten und benachteiligt

ländliche Regionen gegenüber städtischen Gebieten. Finanzschwache Gemeinden, die

ohnehin geringe Steuerkraft haben, neigen dazu, Instandhaltungen zu verschieben; das

führt zu einem sichtbaren Qualitätsverlust der Ortsinfrastruktur und zu sozialen Härten vor

allem für ältere oder einkommensschwache Haushalte.

Zusätzlich zu direkten Verkehrsbehinderungen nervt ein Mangel an Alternativrouten

Pendler und Anwohner und zwingt sie zu teils weiten Umwegen.

Wir vom Land fordert zur Verbesserung der Situation sofortige Maßnahmen:

Anstatt neue Projekte zu starten, sollten bestehende Infrastrukturprojekte vorrangig saniert

werden. Die Kosten für Straßensanierungen sollten nicht auf die Anwohner abgewälzt

werden. Eine Finanzierung aus Steuermitteln ist notwendig, um eine gerechte Verteilung

der Lasten zu gewährleisten.

Unserer Ansicht nach ist die Infrastruktur auf Straße, Schiene und Flüssen eine prioritäre

hoheitliche Aufgabe. Anwohner, insbesondere im ländlichen Raum, mit hohen

Anliegergebühren zu belasten, ist unsozial und sogar kontraproduktiv, weil betroffene

Anwohner sich häufig gerichtlich gegen die Kosten wehren. Übermäßig lange

Planungszeiten für Infrastrukturprojekte müssen verkürzt werden, um schnell auf

dringende Bedürfnisse reagieren zu können.

Weiter fordern wir eine bundesweite Abschaffung der Beiträge, gekoppelt an einen

Landesausgleichsfonds, der finanzschwache Kommunen kompensiert und die schrittweise

Verlagerung eines größeren Anteils der Straßenunterhaltung auf allgemeine

Haushaltsmittel, damit die Infrastruktur nicht länger von der Zahlungsfähigkeit einzelner

Anlieger abhängt.

Es ist an der Zeit, die Infrastruktur in Deutschland grundhaft zu modernisieren und

ländliche Regionen nicht länger zu benachteiligen. Dazu ist es zwingend notwendig, die

Last auf möglichst alle Schultern zu verteilen, um Gerechtigkeit herzustellen.

Einen weiteren Investitionsstau kann sich dieses Land nicht leisten.

Michael Jeske

Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land

Fachbereich Verkehr und Wohnen‍

Das böse Erwachen

‍- zu Lasten der Bevölkerung

Wir vom Land lehnt Abschaffung des Pflegegrad 1 entschieden ab

Sparen an den Schwächsten ist unsozial und kurzsichtig.

Die politischen Überlegungen zur Abschaffung des Pflegegrads 1 (PG 1) stoßen bei Wir vom Land auf schärfste Kritik. Wir sehen in dem geplanten Kahlschlag zur Sanierung der Pflegekassen ein unsoziales Vorgehen, das die Lebensqualität von fast 900.000 Menschen mit geringer Pflegebedürftigkeit und deren pflegende Angehörige massiv gefährdet.

„Der Pflegegrad 1 ist kein Luxus-Zuschuss, sondern eine essenzielle Starthilfe, um Pflegebedürftigkeit im Alltag zu mildern und Pflegebedürftige sowie ihre Familien zu entlasten. Gerade in ländlichen Regionen, wo die Infrastruktur oft ausgedünnt ist, sind die monatlichen 131 Euro Entlastungsbetrag oft die einzige Möglichkeit, Hilfe im Haushalt, bei der Tagespflege oder für Besorgungen in Anspruch zu nehmen“, erklärt Petra Appeldorn, Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land.

Der Wegfall des PG 1 würde nicht nur den Entlastungsbetrag streichen, sondern auch wichtige Zuschüsse zur Wohnraumanpassung (bis zu 4.180 Euro), die Kostenübernahme für Pflegehilfsmittel (40 Euro) sowie den Anspruch auf den Hausnotruf – Leistungen, die es Menschen mit beginnender Einschränkung ermöglichen, so lange wie möglich selbstständig in ihrem vertrauten Zuhause zu bleiben.

Einsparungen auf Kosten der Prävention kann nicht das Ziel sein. Wir vom Land betont, dass die Leistungen des Pflegegrads 1 in erster Linie präventiven Charakter haben.

„Die Unterstützung bei PG 1 verhindert oft das Abrutschen in einen höheren, deutlich teureren Pflegegrad. Wer heute 1,8 Milliarden Euro einsparen will, riskiert morgen ein Vielfaches an Kosten durch eine schnellere Verschlechterung des Gesundheitszustandes und die Notwendigkeit vollstationärer Pflege. Das ist politisch kurzsichtig und menschlich eine Katastrophe,“ so Appeldorn.

Wir vom Land fordert die Bundesregierung auf:

- Die Pläne zur Abschaffung umgehend zu verwerfen. Stattdessen müssen andere Lösungen zur nachhaltigen Finanzierung der Pflege gefunden werden, wie etwa die gerechte Beteiligung der privaten Pflegeversicherung oder eine umfassende Reform der Beitragserhebung.

- Erhalt und Ausbau des Pflegegrads 1: Die Unterstützungsleistungen müssen gesichert bleiben.

- Entlastung pflegender Angehöriger: Gerade im ländlichen Raum ist ihre Arbeit unersetzlich und muss weiter gefördert werden.

- Nachhaltige Pflegefinanzierung: Die Regierung muss kreative Lösungen jenseits von Kürzungen bei den Betroffenen finden.

Wir vom Land wird sich im Rahmen der anstehenden politischen Beratungen entschieden gegen die Abschaffung des Pflegegrads 1 einsetzen und fordert alle Abgeordneten auf, sich diesem unsozialen Vorhaben entgegenzustellen.‍

Petra Appeldorn

Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land

Fachbereich Gesundheit, Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend‍

Fachkräftemangel im Handwerk

‍Die Realität in der Praxis

Der Fachkräftemangel im Handwerk in Deutschland stellt eine erhebliche Herausforderung dar.

‍Aktuell fehlen in diesem Sektor rund 113 Tausend Fachkräfte, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) berichtet. Als Unternehmer eines kleinen mittelständischen Betriebs mit 20 Mitarbeitern in Nordostniedersachsen kann ich bestätigen, dass diese Situation unseren Betrieb, wie viele andere, zunehmend unter Druck setzt.

Über Jahre hinweg galt der Beruf des Handwerkers als erstrebenswert, was er im Grunde heute auch noch ist. Wie der Name schon sagt, schafft man etwas mit den Händen – oft nachhaltig, nicht selten auch für folgende Generationen sichtbar, worauf man zu Recht stolz sein kann. Auf der anderen Seite ist der Handwerker aber auch Umwelteinflüssen wie Wetter, Staub und Schmutz ausgesetzt. Zudem wird er, je nach Arbeitsaufkommen des jeweiligen Betriebs, mit nicht immer geregelten Arbeitszeiten konfrontiert. Neue Arbeitszeitmodelle sind besonders für kleinere Betriebe schwer umsetzbar.

Ein vielschichtiges gesellschaftliches Problem ist, dass dem potenziellen Nachwuchs im Elternhaus und in der Schule eher die Nachteile des Berufs vermittelt werden. Viele kennen die sinnbildliche Drohung eines Lehrers: „Wenn du in der Schule nicht besser aufpasst, landest du später auf dem Bau.“

Was macht man nun heute als Unternehmen, um dem Trend entgegenzuwirken und neue Mitarbeiter zu finden? Eine angemessene oder überproportionale Entlohnung ist heute schon lange kein Alleinstellungsmerkmal mehr bei der Mitarbeitergewinnung. Es geht heute um ein gesundes Betriebsklima, eine Betriebsführung mit hoher sozialer Kompetenz, diverse Zusatzleistungen im Rahmen der steuerlichen Freibeträge und darüber hinaus, Marken-Arbeitskleidung und eine betriebliche Ausstattung mit professionellem Gerät und Werkzeugen sowie eine flexible Arbeitszeitregelung im Rahmen des denkbar Möglichen. Zudem muss jeder Betrieb an seiner eigenen Nachwuchsförderung arbeiten.

Job-Recruiting-Agenturen sprießen derzeitig in diesem Segment wie Pilze aus dem Boden. Sie verleihen dem Betrieb auf Social Media ein ansprechendes Profil und sprechen potenzielle Bewerber auf diesem Weg gezielt an. Diese Leistung lassen sich die Agenturen fürstlich bezahlen. Bei Erfolg hat sich das Problem für den entsprechenden Betrieb vorerst gelöst. Das Problem des Fachkräftemangels löst sich dadurch jedoch nicht. Im Gegenteil, der Konkurrenzdruck unter den Betrieben diesbezüglich wächst.

Welche Möglichkeiten habe ich als kleiner Betrieb bei der Suche nach Fachkräften im Ausland? Die lokale Agentur für Arbeit hat in diesem Fachbereich in der Regel engagierte Ansprechpartner, deren Unterstützung sich aber darauf beschränkt, den Betrieben die nötigen Werkzeuge an die Hand zu geben. Zu diesen Werkzeugen gehören Online-Portale wie „Make it in Germany“, ein Portal der Bundesregierung für Fachkräfte aus dem Ausland, oder ein Jobportal wie European Employment Services, kurz EURES.

Wer nun meint, auf solchen Portalen ist die Schaltung einer Jobanzeige ausreichend und erfolgversprechend, der irrt gewaltig. Auch hier muss man aktiv selbst tätig werden, wenn man Qualität und den dazu passenden Bewerber sucht. Das heißt: Bewerberprofile studieren und passende Profile selbst anschreiben.

Ist der passende Bewerber gefunden, beschäftigt man sich mit der Anerkennung der ausländischen Qualifikation bei der IHK. Für die Integration des neuen Kollegen ist man ebenfalls selbst verantwortlich. Die geschaffenen „Welcome Center“ durch die Landesregierung, die hierbei unterstützen sollen, sind noch rar gesät und mit der Vielzahl von Anfragen heillos überfordert. Eine Infrastruktur für Fachkräfte aus dem Ausland gibt es nicht wirklich. Wer das nicht glaubt, soll einfach einmal versuchen, auf dem Land einen Deutschkurs für seinen neuen Mitarbeiter zu finden.

Die Fachkräftestrategie der Niedersächsischen Landesregierung für die Legislaturperiode 2022-2027 ähnelt der der Bundesregierung und verfolgt einen umfassenden Ansatz zur Sicherung und Gewinnung von Fachkräften, basierend auf fünf zentralen Handlungsfeldern:

* Berufliche Ausbildung stärken

* Weiterbildung von Beschäftigten ausbauen

* Inländische Potenziale besser nutzen

* Zuwanderung und Willkommenskultur gestalten

* Arbeitsqualität und Beschäftigungsfähigkeit sichern

Diese Strategie wird durch verschiedene Förderprogramme und Ressorts projektbezogen finanziert. Ein zentrales Budget ist nicht vorgesehen.

Diese Strategie muss dringend überarbeitet werden, denn der Handwerksbetrieb um die Ecke spürt von dieser Strategie derzeit nichts und auf dem Land gerät man, durch die zuvor beschriebenen infrastrukturellen Probleme, gegenüber der Stadt zusätzlich ins Hintertreffen.

Arne Reinbold

‍Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land

Fachbereich Wirtschaft, Energie, Forschung, Technologie und Raumfahrt

Deutschlands Medikamentenknappheit

  • ein Fass ohne Boden‍

Seit Langem schlagen Apotheken bundesweit Alarm wegen der zunehmenden Medikamentenknappheit, doch ihre Warnungen wurden weitgehend ignoriert.

‍Zur kalten Jahreszeit ist die Situation wieder so angespannt, dass Patienten und vor allem Kinder, wieder nicht mehr ausreichend versorgt werden können,

weil notwendige Medikamente nicht verfügbar sind und keine Nachlieferungen erfolgen.

Dieser Zustand hat sich zu einer bedrohlichen Realität entwickelt und hat gravierende Auswirkungen auf das gesamte Gesundheitssystem in Deutschland.

„Es handelt sich um eine Katastrophe, die umgehend behoben werden muss“, betont Petra Appeldorn, Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land.

„Wir stehen vor einem erneuten Versorgungsnotstand, der uns zwingt, unverzüglich zu handeln“, so Appeldorn.

Tatsächlich treffen auch solche Engpässe die ländliche Bevölkerung am Härtesten.

„In der Stadt kann man zur Not auch mal mehrere Apotheken anfahren und bekommt dann meist noch irgendwie, das was man braucht.

Bei uns auf dem Land bedeutet das weite Fahrwege, wegen des dünnen Apothekennetzes“, erklärt Appeldorn.

Ein wesentlicher Grund für den Engpass ist die Produktionsverlagerung ins Ausland. Viele Pharmaunternehmen haben ihre Produktion aufgrund günstigerer Bedingungen außerhalb Deutschlands verlagert.

Diese Entscheidung hat eine gefährliche Abhängigkeit von ausländischen Lieferketten geschaffen und die Versorgungssicherheit erheblich geschwächt.

Wir vom Land fordert eine klare Reaktion der Bundesregierung, die aktiv handeln muss, um die Medikamentenproduktion nach Deutschland zurückzuholen.

„Die Herstellung von Medikamenten hier vor Ort ist nicht nur möglich, sondern dringend notwendig“, so Appeldorn.

Wir vom Land ruft zur sofortigen Umsetzung von Maßnahmen auf, um die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten und weiteren Schaden abzuwenden.

Petra Appeldorn

Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land

Fachbereich Gesundheit, Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend‍

Die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland

Der Traumberuf Landwirt rückt für unsere Jugend immer öfter in weite Ferne.‍

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland sank, laut statistischen Bundesamts, seit 2010 um 12% auf nur mehr 255000 Betriebe.

Viele erfahrene Landwirte gehen in den Ruhestand und es wird zunehmend schwieriger Nachfolger zu finden oder die eigenen Kinder von der Übernahme zu überzeugen.

Grund für diese Entwicklung ist die aktuelle Agrarpolitik!

• Ideologische politische Vorschriften

• Übermäßige Bürokratie

• Realitätsferne Umweltauflagen

• Hohe Investitionskosten

• Wenig Planungssicherheit

• Ständige Kontrollen von Seiten der Behörden, auferlegt durch die Politik, (z.B. Drohnenüberflüge der Ackerflächen) zeigen ein Misstrauen, welches auch den Nachwuchs abschreckt

• Dauerndes Bauernbashing in den Medien und in der Gesellschaft

Wir vom Land fordert eine grundlegende Neuausrichtung der Agrarpolitik mit:

➢ Planungssicherheit auf die gesamte Dauer einer Investition

➢ Bürokratieabbau durch Wegfall doppelter und überzogener Vorschriften

➢ Substanzielle u. finanzielle Unterstützung für Investitionen der Betriebe

➢ Gerechte Wettbewerbsbedingungen innerhalb und außerhalb der EU

➢ Wertschätzung der Ausbildung mit hoher und fachlicher Kompetenz der Landwirte und Beendigung der Gängelung durch EU und Bund.

➢ Erleichterung von Hofübergaben an die nächste Generation und an Betriebsfremde durch Anpassung der steuerlichen Freibeträge

➢ Verschärfung der Regelungen beim Grundstücksverkehr zur Verhinderung des gewerblichen Ausverkaufs der bäuerlichen Landwirtschaft

Hier könnte die sogenannte Höfeordnung, der Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hamburg,

die Anfang 2025 umfassend reformiert wurde, als Vorbild dienen.

Die Höfeordnung stärkt den Hofübernehmer und hält die Flächen zusammen. Das Eigentum am Boden sollte nach Möglichkeit bei dem Bewirtschafter bleiben, das stärkt auch die Junglandwirte.

Wir brauchen eine Politik, die den realen Bedürfnissen der Landwirtinnen und Landwirte generationenübergreifend Werkzeuge an die Hand gibt, die sie für eine erfolgreiche und nachhaltige Bewirtschaftung benötigen.

Es ist an der Zeit, dass die Politik die Bedürfnisse der Junglandwirte ernst nimmt und gemeinsam mit der jungen Generation an Lösungen arbeitet.

Nur durch pragmatische Ansätze und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit können wir sicherstellen, dass Landwirtschaft auch in der nächsten Generation noch wirtschaftlich und umweltbewusst funktioniert.

Allein unsere inländische und regionale Landwirtschaft kann als gesamtgesellschaftliche Notwendigkeit, die Lebensmittelsicherheit in unserem Land dauerhaft gewährleisten und Abhängigkeiten vom unsicheren Ausland verhindern.

Wir vom Land stehen bereit und übernehmen Verantwortung für die nächsten Generationen, durch Gestaltung einer Agrarpolitik mit konstruktiven Vorschlägen,

die auf Vernunft und praktisch umsetzbaren Lösungen basiert.

Nur so wird die Zukunft der deutschen Landwirtschaft in den nächsten Generationen und die elementar so wichtige Versorgungssicherheit der Bürger gesichert.

Georg Bertke

Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land

Fachbereich Jugend‍

DEUTSCHLANDS SOZIALSYSTEM AM SCHEIDEWEG

  • Wie wir die Krise meistern könnten‍

Das deutsche Sozialsystem steht vor einer historischen Belastungsprobe.

‍Die demografische Entwicklung führt dazu, dass immer weniger Beitragszahler eine wachsende Zahl von Rentnern, Kranken und Pflegebedürftigen finanzieren müssen. Dies bedroht nicht nur die Stabilität der Sozialkassen, sondern stellt auch die Solidarität zwischen den Generationen auf eine harte Probe. Auch im ländlichen Raum sind die Auswirkungen spürbar: steigende Gesundheitskosten, abnehmende Infrastruktur und eine zunehmend überalterte Bevölkerung. Doch anstatt sich von den Problemen lähmen zu lassen, entwickelt Wir vom Land zukunftsfähige Lösungen, die unsere Region stärken und das Sozialsystem entlasten.

​Wir sind davon überzeugt, dass die Lösung der Krise nicht in immer höheren Abgaben liegt, sondern in einer gesteigerten Produktivität und regionalen Stärke. Unsere Strategie basiert auf vier Säulen, die gezielt auf die Bedürfnisse des ländlichen Raums zugeschnitten sind:

1. ​Regionale Kreislaufwirtschaften stärken:

- Förderung lokaler Unternehmen, Handwerksbetriebe und die Landwirtschaft, um krisenfeste Arbeitsplätze zu schaffen.

- Regionale Wertschöpfungsketten aufbauen. Damit sind wir unabhängiger von globalen Schwankungen. Dies sichert kontinuierliche Beitragszahlungen und stärkt die lokale Wirtschaft.

2. ​Prävention als Investition in die Gesundheit:

- Gesundheitsvorsorge

Durch gezielte Investition in Prävention und Aufklärung wird die Bevölkerung gesund gehalten und die hohen Kosten für aufwendige Behandlungen gesenkt. Ein gesunder Bürger ist ein aktiver Beitragszahler und benötigt weniger Pflege.

3. Leistungsgerechtigkeit im System:

- Durch staatliche Eingriffe aus dem Sozialsystem gewährte Leistungen müssen auch entsprechende staatliche Zuführungen zur Folge haben und dürfen nicht die Einrichtungen oder die Versichertengemeinschaft belasten.

4. ​Bildung als Grundstein für Fachkräfte

- Um die Beitragsbasis zu verbreitern, muss in die Ausbildung der nächsten Generation investiert werden.

- Schulen sollten junge Menschen gezielt zu den Fachkräften der Zukunft ausbilden, die in unseren Regionen dringend benötigt werden – sei es im Handwerk, in der Pflege oder in der Landwirtschaft. Dazu gehört eine praxisnahe Ausbildung und eine enge Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen.

5. Förderung dezentraler Infrastruktur

- Um ländliche Regionen attraktiver zu gestalten, braucht es eine moderne Infrastruktur.

- Sofortiger Ausbau von schnellem Internet, digitaler Bildung und flexiblen Arbeitsmodellen. Dies ermöglicht es Fachkräften auch in ländlichen Regionen zu arbeiten und zu leben, was unsere Beitragsbasis verbreitet.

​Wir vom Land mit einem neuen Weg für Deutschland

​Die Krise des Sozialsystems ist eine Chance, die Rolle des ländlichen Raums neu zu definieren. Indem wir auf Innovation, Eigenverantwortung und regionale Stärke setzen, können wir einen entscheidenden Beitrag zur Stabilisierung unseres Sozialsystems leisten. Es ist an der Zeit, dass wir uns von starren, globalen Modellen lösen und einen Weg einschlagen, der die Stärken der Region nutzt, um eine sichere und gerechte Zukunft für uns alle zu schaffen.

Arne Reinbold

Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land

Fachbereich Arbeit und Soziales

Krankenhaus-finanzierung

Der einzige, umsetzbare Weg für die Zukunft‍

Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land bezieht klar Stellung zum Thema Abrechnungssysteme für Krankenhäuser.

‍Im ländlichen Raum schließen die Krankenhäuser zunehmend durch ein erkranktes System.

Mit der Einführung der so genannten "Diagnosis Related Groups" im Jahre 2004 begann die Ökonomisierung der Häuser.

Das war ein fataler Schritt in die falsche Richtung: massiver Bürokratie- und Verwaltungsaufbau waren die Folge.

Die Häuser müssen seither wirtschaftlich sein und das Ergebnis sind Schließungen durch finanzielle Schieflage.

Mit der neuen Gesundheitsreform treibt nun die neue Regierung die Pläne der alten Regierung weiter voran.

Die Finanzierung soll künftig mit 40 Prozent DRG und 60 Prozent in Form einer Vorhaltepauschale abgedeckt werden.

Wir vom Land sehen darin einen weiteren unüberlegten Schritt in die falsche Richtung:

• Viele Häuser werden die Kriterien, um die Vorhaltepauschale von 60 Prozent zu erhalten, nicht erfüllen können.

• Die Vorhaltepauschale beinhaltet, dass es feste Beträge für das Vorhalten von Personal, einer Notaufnahme und notwendiger Medizintechnik geben soll.

Nur wenn alle Kriterien 1:1 erfüllt sind, wird ein Krankenhaus die Vorhaltepauschale tatsächlich erhalten.

• Zu Zeiten des Fachkräftemangels ist das ein unfassbarer Plan.

• Die Einführung der Vorhaltepauschale bedeutet einen weiteren massiven Bürokratie- und Verwaltungsaufbau.

Letztlich wird weiterhin Ökonomie vor Daseinsvorsorge gestellt. Schließungen von Krankenhäusern werden sich demnach in Zukunft weiter verschärfen.

Wir vom Land zeigen sofort umsetzbare Lösungen auf:

• Das Abrechnungssystem für Krankenhäuser muss sofort umgestellt werden, auf ausreichende und bedarfsorientierte Tagessätze pro Patient.

• Nur ein solches bedarfsorientiertes Abrechnungssystem gewährleistet eine sichere finanzielle Zukunft der Krankenhäuser.

• Ausschließlich mit diesem System wird ein sofortiger Bürokratie- und Verwaltungsabbau stattfinden.

Wir vom Land fordern die Bundesregierung auf:

• das Abrechnungssystem nach ausreichenden und bedarfsorientierten Tagessätze pro Patient einzuführen,

• das DRG-System abzuschaffen

• und auf die Einführung einer Vorhaltepauschale zu verzichten.

Gesicherte und wohnortnahe Notfall- und Krankenhausversorgung sind wichtige Grundlagen der Daseinsvorsorge

im ländlichen Raum. Sie beeinflussen wesentlich die Entscheidung, ob Menschen sich für ein Leben auf dem Land

entscheiden oder weiter in die urbanen Zentren abwandern.

In einem Sozialstaat wie Deutschland müssen Mensch und Gesundheit im Mittelpunkt stehen.

Das höchste Gut der Menschen ist nun mal die Gesundheit!


Petra Appeldorn

Arbeitsgemeinschaft Wir vom Land

Fachbereich Gesundheit, Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend